100. Todestag Kaiser Franz Josephs

„Man trägt die schöne Zeit zu Grabe“

Am 21. November 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, starb Kaiser Franz Joseph. In nahezu 70 Herrschaftsjahren war er zum Inbegriff der Habsburgermonarchie geworden, ja mehr noch: Er war ein Symbol schlechthin für das 19. Jahrhundert, das „lange“, das „große“ und das „leidende“ Jahrhundert. Seine Baupolitik prägt bis heute das Bild Wiens und Budapests, seine schöne Gemahlin Sisi wurde zum Mythos, seine persönlichen Schicksalsschläge bewegten die Zeitgenossen. Katastrophalen militärischen Niederlagen der Habsburgermonarchie folgten opulente Repräsentation, inszenierte Frömmigkeit, weite Reisen bis zum Nil und die Weltausstellung in Wien. Und schließlich der finale Untergang einer ganzen Epoche, deren Zeitgeist Franz Joseph verkörperte.