Lutherjahr 2017

Gegenreformation und Renaissance unter Herzog Wilhelm V.

Der Stifter der Münchner Jesuitenkirche St. Michael, Bayerns Herzog Wilhelm V., wurde am Festtag des heiligen Erzengels Michael, am 29. September 1548, geboren. Es hätte wahrlich kein bezeichnenderes Datum für den überzeugten Gegenreformator geben können. Der heilige Michael wurde zum Leitbild seiner Politik, die geprägt war vom tiefen Streit der Theologen und Fürsten über den rechten Glauben, vom Auseinanderbrechen der Christenheit und der Bedrohung des christlichen Abendlandes durch die Osmanen. Es ging schlicht um Ordnung oder Chaos, um Erlösung oder Verdammnis.

100. Todestag Kaiser Franz Josephs

„Man trägt die schöne Zeit zu Grabe“

Am 21. November 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, starb Kaiser Franz Joseph. In nahezu 70 Herrschaftsjahren war er zum Inbegriff der Habsburgermonarchie geworden, ja mehr noch: Er war ein Symbol schlechthin für das 19. Jahrhundert, das „lange“, das „große“ und das „leidende“ Jahrhundert. Seine Baupolitik prägt bis heute das Bild Wiens und Budapests, seine schöne Gemahlin Sisi wurde zum Mythos, seine persönlichen Schicksalsschläge bewegten die Zeitgenossen. Katastrophalen militärischen Niederlagen der Habsburgermonarchie folgten opulente Repräsentation, inszenierte Frömmigkeit, weite Reisen bis zum Nil und die Weltausstellung in Wien. Und schließlich der finale Untergang einer ganzen Epoche, deren Zeitgeist Franz Joseph verkörperte.

 

NAPOLEON UND BAYERN

Europa hatte beim kometenhaften Aufstieg Napoleons den Atem angehalten. Schier unglaublich war es, wie sich der General über die Weltgeschichte emporschwang, mit seinen Eroberungszügen über Jahrhunderte alte Reiche, Länder und Strukturen hinwegfegte, Fürsten reihenweise stürzte und in das Alltagsleben aller Menschen Europas eingriff. Napoleon lieferte eine Geschichte wie aus einer antiken Sage: blutgetränkt, unerbittlich, schwindelerregend in der Geschwindigkeit seines Aufstiegs, in der göttergleichen Höhe seines Ruhmes und im finalen Sturz vom Olymp. Der Vortrag erläutert die entscheidenden Jahre Bayerns an der Seite Frankreichs von 1805 bis 1813.

Geschichte der Stadt München

Buchpräsentation

Von den ersten Siedlern am Isarufer und der Regentschaft der Wittelsbacher bis hin zur unrühmlichen Zeit als "Hauptstadt der Bewegung" und der Entwicklung zur Lifestyle- und Wirtschaftsmetropole berichtet dieses Buch. Die prägenden, oft schillernden Gestalten der Münchener Geschichte kommen ebenfalls vor: Heinrich der Löwe, Kaiser Ludwig "der Bayer", Lola Montez, Karl Valentin und Franz Josef Strauß sind nur die namhafteren der Persönlichkeiten, die lebendig werden. Eine unterhaltsame Buchpräsentation mit Auszügen aus ausgewählten Kapiteln.

Die Schwingen des Genius

König Ludwig II. und Richard Wagner

Im Juni 1865 hob sich im Münchner Nationaltheater erstmals der Vorhang für Richard Wagners Oper "Tristan und Isolde", und schon der erste Akkord schrieb Musikgeschichte: Nie wurde die Grenzenlosigkeit von Gefühlen musikalisch so intensiv umgesetzt. Wagners sehnsuchtsgetränkte Musik wurde zum Narkotikum einer ganzen Generation, und wohl am intensivsten für Bayerns jungen König Ludwig II. Wagners großes Thema, der unauflösliche Widerspruch zwischen Geld und Macht und Liebe und Freiheit - wie sehr traf er das Gemüt des Monarchen! Begleiten Sie Richard Wagner und Ludwig II. von der Ankunft des Komponisten 1864 in München bis nach Bayreuth.

Prinzregent Luitpold und seine Zeit

Bayern im Wandel

Prinzregent Luitpolds Tod im Dezember 1912 löste eine enorme Anteilnahme aus, und vielen wurde bewusst, dass nicht nur ein wesentlicher Abschnitt der Geschichte der bayerischen Monarchie, sondern auch eine ganze Epoche zu Ende gegangen war. Anlässlich des 100. Todestages des Monarchen sollen sein Leben und seine Zeit näher beleuchtet werden. War die berühmte Volkstümlichkeit Luitpolds eine glückliche Fügung für das Haus Wittelsbach, oder war sie vielmehr eine bewusste Inszenierung zur Erhaltung des Systems? Der Vortrag entfaltet ein Panorama der Prinzregentenzeit als spannende und bezeichnende Epoche vor dem großen Krieg.

Die Geschichte der Wittelsbacher

Römische Kaiser, Kurfürsten und Könige

Unser demokratisch-republikanischer Freistaat tituliert den derzeitigen Chef des Hauses Wittelsbach mit „Königlicher Hoheit“, als wäre dies eine Selbstverständlichkeit. Wie begründet sich diese Tradition und aus welchen historischen Umständen lässt sie sich ableiten? Der Vortrag konzentriert sich auf bezeichnende Schwerpunkte der Geschichte der Wittelsbacher in Bayern, von jenem spektakulären Geschehen auf einem Hoftag im thüringischen Altenburg 1180, als Kaiser Friedrich Barbarossa Pfalzgraf Otto von Wittelsbach mit dem Herzogtum Bayern belehnte, bis zur nicht weniger dramatischen Abdankung des letzten Königs Ludwig III. während der Novemberrevolution 1918.

"München leuchtete!"

Thomas Manns Zeit in Schwabing

Die Kunststadt München fand im Vorort Schwabing ihr "bayerisches Montmartre". Hier lebte und arbeitete die künstlerische Avantgarde, entstanden die ersten Kabaretts, wurden Kunst- und Literaturzeitschriften verlegt und Literatur von Weltrang geschaffen. Herausragend ist das literarische Werk Heinrich Manns und Thomas Manns, das größtenteils in Schwabing entstand und immer wieder einen besonderen Bezug zu München hat. Der Vortrag stellt seine Erzählungen und die Buddenbrooks vor und macht Sie mit dem geistigen Umfeld Thomas Manns und Münchens schwierigem Umgang mit seinem künstlerischen Erbe vertraut.

 

Literarische Streifzüge I

Durch die Münchner Stadtgeschichte

Biergärten und Volksfeste, Künstlerkneipen und großbürgerliches Mäzenatentum machten München seit dem 19. Jahrhundert zur Heimat von Schriftstellern und Dichtern. Schwabing wurde zum besonders kreativen Zentrum. Spannend, unterhaltsam, aufwühlend und nachdenklich sind die literarischen Werke, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten Münchens befassen. Die kleine Literaturreise führt Sie mit Umberto Eco, Lion Feuchtwanger, Thomas Mann, Oskar Maria Graf, Sigi Sommer, Erich Kästner und anderen Schriftstellern auf ungewöhnliche Pfade durch die Münchner Geschichte und regt zu weiterer Lektüre an.

Literarische Streifzüge II

Münchens Belle Epoque - 1900

„Es war eine liabe Zeit, die gute alte Zeit vor anno 14. In Bayern gleich gar. Damals hat noch Seine Königliche Hoheit der Herr Prinzregent regiert, ein kunstsinniger Monarch. Denn der König war schwermütig. Das Bier war noch dunkel, die Menschen warn typisch; die Burschen schneidig, die Dirndl sittsam und die Honoratioren ein bisserl vornehm und ein bisserl leger. Es war halt noch vieles in Ordnung damals.“ – So heißt es im Vorspann zum "Königlich Bayerischen Amtsgericht". Der Vortrag möchte ein Stimmungsbild dieser vielschichtigen und widersprüchlichen Epoche entwerfen, denn die Zeit des Prinzregenten Luitpold bezeichnet auch Münchens Aufbruch in die Moderne und ins Industriezeitalter.

"Kennst du das Land wo die Zitronen blühn?"

Literarische Führung durch die Schack-Galerie

Erlkönig und Loreley, Rübezahl und Zwerge, Drachen und Furien: Fabelwesen und Märchengestalten entführen Sie in die Kunstwelten des 19. Jahrhunderts. Adolf Friedrich Graf von Schack war einer der bedeutendsten privaten Kunstsammler Münchens ab 1855. Zu seiner Sammlung zählen Meisterwerke der Deutschen Romantik von Carl Spitzweg, Moritz von Schwind, Leo von Klenze und Carl Rottmann. Als Mäzen Franz von Lenbachs und Arnold Böcklins erwarb er einige der Hauptwerke dieser Künstler, die bis heute zum Bestand der namhaften Galerie zählen. Die Führung lädt Sie ein zu einer literarischen Reise durch die Epoche der romantischen Dichtung, zu Goethe, Brentano und Heine.

Auf geht's zur Wiesn!

Literarisch-historischer Bummel über's Oktoberfest

"Es rauscht herbei gleich einer Wolke / das Volk, und mischt sich mit dem Volke / Bier, Brot und Wurst, des Münchners Nahrung / wird plötzlich wieder Offenbarung." Seit jeher fühlten sich Künstler und Schriftsteller von rauschenden Volksfesten angezogen, denn wo ist man dem pulsierenden Leben näher? Erleben Sie bei einem historisch-literarischen Vortrag die Eindrücke von Herbert Achternbusch, Joachim Ringelnatz, Karl Valentin, Mark Twain, Ödön von Horváth, Ludwig Thoma und Rainer Maria Rilke und erleben Sie die Geschichte des Münchner Oktoberfests als Spiegel einer stets sich wandelnden Gesellschaft. 

 

Herzog Heinrich der Löwe

Aufstieg und Fall an der Wende des Mittelalters

Ein ganzes Jahr wurde 2008 in München an die Augsburger Einigung erinnert, mit der Münchens Geschichte beginnt. Uns hat sich dieses Datum ins Gedächtnis eingegraben, jede Stadtführung beginnt mit dem 14. Juni 1158. Doch außerhalb Münchens sind den Menschen ganz andere Facetten der Herrschaft Heinrichs des Löwen in Erinnerung geblieben: In Lübeck, in Stade, in Bremen, in Hildesheim, in Gelnhausen, in Köln, in Braunschweig zumal. Das Leben Heinrichs des Löwen soll deshalb in seinen großen, europäischen Zusammenhängen dargestellt werden – der Aufstieg und Fall des mächtigsten Reichsfürsten an einer entscheidenden Wende des Mittelalters.